Nikon setzt mit der Profi-DSLM Z 9 neue Maßstäbe

Das Warten hat sich gelohnt. Nachdem Nikon in den letzten Wochen nur häppchenweise Informationen zur neuen Profi-DSLM Z 9 durchsickern ließ, steht jetzt fest, dass das Flaggschiff mit vielen spannenden Innovationen ausgestattet ist. Dazu gehören ein mehrschichtiger CMOS-Vollformatsensor mit 45,7 Megapixeln, ein Autofokussystem mit KI-Erkennung, 8K30p-Videos und ein Serienbildmodus, der neben 20 Bildern pro Sekunde in voller Auflösung auch 120 B/s mit reduzierter Auflösung erlaubt.

Neben der Z 9 präsentiert Nikon mit dem NIKKOR Z 100–400 mm 1:4,5–5,6 VR S das erste Super-Telezoom-Objektiv der Z Serie und einen neuen Bajonettadapter FTZ II. Die Nikon Z 9 und das NIKKOR Z 100–400 mm 1:4,5–5,6 VR S sind voraussichtlich im Dezember 2021 erhältlich. Das Z 9-Gehäuse kostet rund 6.000 Euro und das 100-400 mm rund 3.000 Euro. Der Bajonettadapter wird voraussichtlich ab Mitte November 2021 für rund 290 Euro erhältlich sein.

Nikon verzichtet auf einen mechanischen Verschluss

Im Herzen der Z 9 setzt Nikon auf einen neu entwickelten, mehrschichtigen CMOS-Vollformatsensor mit 45,7 Megapixeln. Dabei sorgt ein direkt auf dem Sensor verbauter Speicher für eine drastisch erhöhte Auslesegeschwindigkeit. Unterstützt wird der Sensor vom neuen EXPEED-7-Bildprozessor. Die Sensorabtastrate ist so schnell, dass Nikon in der Z 9 sogar auf einen mechanischen Verschluss verzichtet und die Verschlusszeiten rein elektronisch über den Sensor steuert. Der neue Sensor macht, laut Nikon, „praktisch Schluss mit Rolling-Shutter-Verzerrungen“. Außerdem ermöglicht der elektronische Verschluss sehr kurze Verschlusszeiten bis zu einer 1/32.000 Sekunde und Blitzsynchronzeiten bis zu einer 1/200 Sekunde. Durch seine bewegliche Lagerung bietet der Vollformatsensor zusätzlich eine kamerainterne 5-Achsen-Bildstabilisierung.

Leistungsstarker Autofokus und bis zu 120 Bilder pro Sekunde

Das Autofokussystem der Z 9 umfasst 493 AF-Messfelder, bietet zehn AF-Messfeldmodi und arbeitet mit einer Deep-Learning-KI, um bis zu neun unterschiedliche Motivtypen gleichzeitig zu erkennen. Dazu gehören neben Menschen und Tieren auch Fahrzeuge. Die Kamera reagiert auf Änderungen in der Position, der Ausrichtung und der Geschwindigkeit der erkannten Objekte und verfolgt sie via 3D-Tracking.

Dabei kommt Sport- und Reportage-Fotografen die rasante Serienbildgeschwindigkeit der Nikon Z 9 zugute. Das neue Flaggschiff ist in der Lage, 20 Bilder pro Sekunde mit voller Auflösung bei rund 1.000 Bildern in Folge aufzunehmen. Es geht sogar noch schneller. Nämlich dann, wenn mit reduzierter 11-Megapixel-Auflösung fotografiert wird. Dann schießt die Kamera satte 120 JPEGs in Normalbildqualität pro Sekunde – und das bei kontinuierlicher Autofokus- und Belichtungsnachführung.

Hervorragende Videofunktionen

Die Nikon Z 9 hält neben erstklassigen Foto-Funktionen auch spannende Highlights für anspruchsvolle Filmer bereit. So zeichnet die Profi-DSLM 8K24p bis 30p und 4K 24p bis 120p intern auf. Per Firmware-Update, das für 2022 angekündigt ist, soll sogar eine interne 8K60p-Aufzeichnung möglich sein. Auch Zeitraffervideos gehören zum Repertoire der Z 9. Laut Nikon kann 8K-Filmmaterial mit 30p bis zu rund 125 Minuten am Stück aufgezeichnet werden. Darüber hinaus unterstützt die Z 9 im 4K-Modus bis zu 60p die Aufnahme im Apple ProRes 422 HQ-Format.

Sehr heller Sucher und ein 4-Achsen Monitor

Der elektronische Sucher zeigt eine mit 3.000 Nit enorm helle Anzeige und soll durch eine Dual-Stream-Technologie im Serienbildmodus keine Schwarz-Phasen zeigen. Zudem soll der mit 3,69 Millionen Bildpunkten auflösende Sucher in Echtzeit, also ohne Ruckler, reagieren. Ergänzt wird der Sucher durch einen 3,2 Zoll großen Touch-Monitor, der sich durch ein besonderes Gelenk horizontal und vertikal auf vier Achsen neigen lässt. Die Monitor-Auflösung beläuft sich auf 2,1 Millionen Bildpunkte.

Robustes Magnesiumgehäuse mit eingebautem Hochformatgriff

Wie Nikons DSLR-Flaggschiff D6 kommt auch die spiegellose Z 9 mit einem eingebauten Griff für Hochformat-Aufnahmen. Dabei fällt die Z 9 gleichzeitig rund 20 Prozent kompakter aus als ihr DSLR-Pendant. Das robuste Magnesiumgehäuse ist rundum gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet. Der Akku ist baugleich zu dem der D6, bietet mit jetzt 3.300 mAh aber eine höhere Kapazität. Zum Speichern der Fotos und Videos stehen zwei Slots für CFexpress- beziehungsweise XQD-Karten zur Verfügung. Zusätzlich zum HDMI-Anschluss (Typ A) kann die Z 9 mit einer USB-C-Schnittstelle, mit zwei 3,5mm-Stereo-Klinkenbuchsen für ein Mikrofon und einen Kopfhörer, mit einem Ethernet-Anschluss sowie mit einem eingebauten WLAN-Modul samt Bluetooth 5.0 aufwarten.

NIKKOR Z 100–400 mm 1:4,5–5,6 VR S und ein neuer Bajonettadapter

FTZ II

Neben dem neuen DSLM-Flaggschiff hat Nikon mit dem NIKKOR Z 100–400 mm 1:4,5–5,6 VR S ein Vollformat-Telezoom mit großem Brennweitenspielraum vorgestellt. Der eingebaute, optische VR-Bildstabilisator gleicht 5,5 Lichtwertstufen aus. Der Autofokus soll leise und schnell agieren. Die Naheistellgrenzen liegen bei 75 Zentimetern bei eigestellter 100mm-Brennweite und bei 98 Zentimetern ganz im Tele. Die Blende lässt sich bei 100 mm bis auf f/4,5 und bei 400 mm bis auf f/5,6 öffnen. Dazu gibt es eine neue Version des Bajonettadapters, der nun FTZ II heißt, und dafür sorgt, dass jetzt rund 360 NIKKOR-F-Objektive ab AI-Typ weiterhin an Kameras der Z-Serie verwendet werden können.